30.06.2022 08:29 Alter: 47 days
Kategorie: Berufliche Bildung

Studie belegt ethnische Unterschiede in geschlechtstypischen Berufsorientierungen


Die Spaltung des deutschen Arbeitsmarktes in typische Männer- und Frauenberufe geht meist Hand in Hand mit sozialen Ungleichheiten, wie dem geringeren Verdienst in frauendominierten Berufen. Jugendliche mit Migrationshintergrund streben im Vergleich zu Deutschen eher geschlechtergemischte Berufe an. Es ist daher eine entscheidende Frage, woher geschlechtstypische Berufsorientierungen rühren und in welchem Maße sie Ergebnis kulturspezifischer Geschlechtersozialisation sind. Dieser Frage geht das BIBB in einer aktuellen Studie auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels von über 10.264 Neuntklässler*innen nach. Sie untersuchen, ob sich deutsche Jugendliche hinsichtlich ihrer geschlechtstypischen Berufsorientierungen von jenen unterscheiden, die aus verschiedenen Ländern nach Deutschland (z.B. aus den ehemaligen Sowjetstaaten, der Türkei und Polen) migriert sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die geschlechtstypischen Berufsorientierungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund von mehreren kulturellen Faktoren beeinflusst werden: Migranten*innen bringen Vorstellungen über berufliche Geschlechterzuweisungen mit, die durch ihr Herkunftsland oder das ihrer Familien geprägt sind. Das zeigt sich vor allem für Schülerinnen aus der Türkei, die im Vergleich zu deutschen Schülerinnen eher geschlechteregalitäre Berufe anstreben. Auch Schüler aus der Türkei und den ehemaligen Sowjetstaaten streben im Vergleich zu Deutschen eher gemischte Berufe an. Die Effekte nehmen jedoch über die Migrationsgenerationen ab und gleichen sich der Mehrheitsbevölkerung an. Lesen Sie die vollständige Studie in englischer Sprache hier